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Gebet
Gott im Himmel
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Herr, ich recke meine Arme Im Gebet zu dir empor, Wie ich ring’ in bittrem Harme, Leih in Gnaden mir dein Ohr!
Dass in gleichen Bitternissen Einst der Ahn dir gab zum Pfand, Sieh, zertrennt zu deinen Füßen Unser armes, armes Land!
Sieh, im Kampf aus tausend Bronnen Trank der Tod sein Mannesblut, Südtirol, du Land der Sonnen, Ach, umsonst war unsre Hut!
Südtirol, du Land der Reben, Wo der Schlern wie Rosen brennt, Du, dem Feinde hingegeben, Von den Brüdern abgetrennt!
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Was im Drang und im Getümmel Des Jahrhunderts sich erwehrt; Selbst dein Name, Gott im Himmel, In der Kinder Mund verkehrt!
Hör’, aus hunderttausend Kehlen Zu dir aufwärts gellt der Schrei, Hör’, aus hunderttausend Seelen Fleht es brünstig: Mach’ uns frei!
Sieh, wir können’s nicht vollbringen, Denn wir sind zu schwach dazu, Vor dir, Herr, die Riegel springen, Herr im Himmel, tu es du!
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Nieder mit der Malser Scheide, Reute aus des Brenners Pfahl, Inn und Etsch, wie ehmals, beide Unsre Flüsse, uns ihr Tal.
Uns des Rotaars alte Erde, Deiner Allmacht zum Symbol, Eine Sprache, eine Herde, Ein Land wieder, dein Tirol.
Von Franz Kranewitter
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