Der

Stutzen

           

Der zersprungene Stutzen


Im Langtauferertal, das von dem Weißkugel- und Gebatschferner herab in das Etschtal zieht, wohnte ob Pedroß hoch im Gebirge ein braver Mann, aus Graun gebürtig. Sein alter Vater, der drunten in Graun sein Leben beschließen wollte, hatte dem Sohn einen Stutzen gegeben, den er einst in den tirolischen Kriegsjahren tapfer gegen den Feind erprobt hatte. Als der Alte starb, zog sein Sohn vom Berg hernieder nach Graun, mit dem werten Stutzen über der Achsel. Es ist der Brauch im Land, wenn ein Veteran stirbt, dass ihn die Schützen der Gegend zu Grab geleiten und dreimal Salven geben.

Also wurde auch dem alten Landesverteidiger dreimal „ins Grab geschossen“. Sein Sohn, der sich der Schützenkompanie angeschlossen hatte, schoss also auch mit, aber beim dritten Losfeuern zersprang der Stutzen, ohne ihn oder einen anderen Schützen zu beschädigen. Dieses „Schützenwunder“ erzählen sich die Schützen noch jetzt gerne im Heimgart und des Alten Grab ist umso merkwürdiger geworden, auch wird gewöhnlich beigesetzt: „Und der Stutzen wollte nach dem Tod seines treuen Schützenfreundes keinem andern mehr dienen.“

Aktualisierung: 21/04/2010
Besucher: 614965, Heute: 465
© seit 2006 Vermächtnis - Durch Benutzung der Website akzeptieren Sie unsere Nutzungsbedingungen.
Alle Rechte vorbehalten. Bozen/Innsbruck - Tirol :: www.vermaechtnis.at :: info@vermaechtnis.at
Wong It! DiggIt! Del.icio.us TechnoratiFaves Spurl! Furl It Save to Yahoo! My Web Google Bookmark Ma.gnolia Newsvine Reddit